| Tag | Dienstag, 07.09.2021 |
| Entfernung | 179km |
| Reisezeit | 4,0h mit Pausen |
| Pässe | 1, Passo del Predil(1156m) |
| Wetter | 27°, wolkig, später sonnig |
Thorti hat schlecht geschlafen und ist auch nach dem dritten Kaffee nicht wirklich geniesbar. Nina will ins Soča-Tal. Na gut, das ist eine kleine Runde, aber Richtung Osten, sprich, den Alteisen-Fahrern entgegen. Zudem ist angeblich der Predil-Pass gesperrt, aber so genau weiß das niemand.
So gegen 11:00 machen wir uns auf den Weg. Canaltal Richtung Predilpass. Sollte der wirklich zu sein, dann geht es halt den Predilsee runter über Sella Nevea nach Chiusaforte und von dort nach Uccea an die Soča.

Ausser einem Baustellenzeichen ist am Predil nichts zu sehen, der Pass ist als offen ausgewiesen. Kurz vor dem Tunnel eine Baustellenampel. Den Geräuschen nach, die aus dem Tunnel dringen, schleifen sie darin Steine. Wir dürfen fahren und tatsächlich, im Tunnel werden Steine gesägt. Da man zu Kühlung der Sägen Wasser einsetzen muss, läuft ein Brei aus Gesteinsmehl und Wasser über die Fahrbahn, auf der quer ein Überfahrschutz für Kabel und Druckluftschläche liegt. Vertrauen erweckend ist anders.
2 Kurven, 2 Kehren, die nächste Baustellen-Ampel, die aber grün wird, also synchron geschaltet mit der ersten. Kurz nach der Baustelle laufen wir auf einen Lkw auf, den wir ob der Strecke nicht überholen können, na toll. Der fährt kurz darauf rechts ran und lässt uns durch. Auf der Passhöhe halten wir. Das Gasthaus ist geschlossen. Während wir oben stehen und rauchen taucht ein Trupp Alteisenfahrer auf, hält kurz und dreht. Gut, dann stehen die schon mal nicht im Weg rum, die Strecke in Slowenien ist nur bedingt für die geeignet.

So kann man sich täuschen, die slowenische Seite des Predil ist größtenteils neu gemacht. Wir folgen der Soča in gemütlichem Tempo Richtung Vrśič-Pass und suchen die Stelle, wo wir 2014 mit unserem "Tourguide" waren. Kurz vor dem Vrśič werden wir fündig, leider alles voll. Nach 10 Minuten drehen wir und fahren zurück, wir wollen am Predil-See noch einen Snack essen. Am Abzweig zum Predil wird uns klar, woher die Gerüchte um den geschlossenen Pass kommen. In Slowenien steht ein riesiges Schild, dass auf slowenisch, italienisch, deutsch und englisch verkündet, der Pass sei geschlossen. Nun, wir wissen es besser.

Wir fahren hinter einem Trupp lauter Verkehrshindernisse durch Strmec na Predelu(10 Einwohner), als ein am Straßenrand laufender Einheimischer Thorti den Mittelfinger zeigt. Entfernung und Geschwindigkeit hätten gereicht, dem eine ordentlich Kopfnuss zu verpassen. Thorti beschränkt sich auf ebenfalls den Mittelfinger und das internatinale Zeichen für Arschloch. Die im Rückspiegel zu beobachtende Reaktion macht klar, er hat es gesehen und verstanden. Was glaubt der Schwachkopf, von wem das Predel-House in seiner Hüttenansammlung lebt oder im nächst größeren Ort (139 Einwohner), Log pod Mangartom, ein Hotel, zwei Gasthäuser und ein Apartmenthaus? Von den 149 Einheimischen? Den 20km entfernt an der Soča zeltenden Raftern? Idioten gibt es überall und der Nachschub ist offenkundig unbegrenzt.
Predil zurück. Am Predil-See raus zum Chalet al Lago. Chalet im Sinne von Holzhütte ist zutreffend. Während man 20Minuten die Tische der Alteisen-Fahrer abräumt, kann man neue Gäste ignorieren, um dann beleidigt zu sein, wenn es klare Ansagen betreffend der Karte gibt. Dann braucht man weitere 10 Minuten, um die Bestellung auzunehmen. Gäste, die nach uns gekommen sind, haben bereits ihr Essen. Wir sind kaum unser Bestellung los, Wasser und 2 Panini, taucht die nächste Bedienung auf, um unser Bestellung aufzunehmen und ist beleidigt, weil wir "schon" bestellt haben. Die Holzhütten-Ansammlung hat bisher nicht wirklich überzeugt, nun ist sie komplett gestrichen.
Ein besonderes Erlebnis haben wir kurz vor Rio Freddo, zum Ort geht es großzügige Rechtskurve, großzügige Linkskehre, großzügige Rechtskurve. Wir laufen auf zwei Alteisenfahrer auf, zumindest der Hintere hat Villacher Kennzeichen. Als der in die erste Rechtskurve geht, geht Thorti auf Abstand. In der Kehre braucht er dann tatsächlich beide Spuren, um das Alteisen um die Ecke zu bekommen, ein Einheimischer. Das ist jetzt nicht wahr. Thorti riskiert es, den zwischen Kehre und letzter Rechtskurve zu überholen. Nur um 200 oder 300m später bei dem nächsten aufzulaufen, auch Villacher Kennzeichen, der für sein Alteisen die gesamte Spur braucht um mit zwischen 50 und 60 auf der Landstraße herumzueiern. Nina hat inzwischen aufgeschlossen und wir werden auch dieses Verkehrshindernis los. Wir sind uns nicht sicher, ob sie es vor Einbruch der Dunkelheit zum Faaker See geschafft haben.
Abends sind wir froh wieder bei Herfried zu sein, ein Stiefelradler zu erhalten und uns auch ansonsten einer angemessenen Aufmerksamkeit zu erfreuen.
| Übernachten | Hotel Beim Winkler |
| Essen | Schweinefilet (auf den Punkt gegart!) und Kroketten |
| Kommentar | Die Liste der Orte, die wir nicht mehr aufsuchen wird länger, leider. Der Grund ist nicht, dass wir besonders mäklig sind, sondern, wir wollen uns im Urlaub nicht ärgern. |
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